Solidarität mit dem Widerstand im Danni!

Heute fand unsere Kundgebung bei schönem Wetter auf dem Marienplatz statt. Rund 100 Menschen fanden sich ein um für den Erhalt des Dannenröder Forsts einzutreten und sich mit den Aktivist*innen vor Ort zu solidarisieren. Zu Beginn des Tages wurde am Rand des Platzes ein Baum von Aktivst*innen besetzt und Solidaritätstransparente für den Widerstand im Danni angebracht. Die symbolische Besetzung sorgte für größere Aufmerksamkeit für unser Anliegen und machte die Aktionsform greifbarer.

Seit über einem Jahr ist der Dannenröder Forst nun besetzt. Seit Montag haben Räumung und Rodung dort begonnen, die Cops kommen aber aufgrund des vielfältigen und sich weiter verstärkenden Widerstands nur sehr langsam voran. Dabei wenden sie immer wieder massive Gewalt an und gefährden das Leben der Besetzer*innen. So auch heute morgen wieder, als die Cops ein Sicherungsseil durchschnitten, das eine Person auf einer Plattform absicherte. Diese stürzte daraufhin einige Meter in die Tiefe und verletzte sich schwer. Bereits am Wochenende wurde Tränengas gegen Aktivist*innen im Wald eingesetzt und von einer Bande Cops in blinder Zerstörungswut eine Holzwerkstatt und andere Strukturen am Boden eines Baumhausdorfes zerstört.

Eben solche Polizeigewalt wurde in den Reden auf der Kundgebung thematisiert, außerdem gab es Erfahrungsberichte aus dem Danni, eine Einschätzung zum Zusammenhang zwischen Verkehrswende und Kapitalismus sowie eine allgemeine und aktuelle Darstellung der Ereignisse im Danni. Zum Abschluss der Kundgebung machten viele der Teilnehmer*innen gemeinsam ein Solidaritätsfoto für die immer noch in U-Haft gehaltenen Aktivist*innen in Frankfurt. Diese hatten sich vor knapp 3 Wochen von Autobahnbrücken abgeseilt, um gegen die Rodung im Herren(los)wald zu protestieren. Seitdem werden sie von diesem Staat gefangen gehalten.

Diese unverhältnismäßigen Reaktionen von Seiten der Cops und der Justiz auf den Widerstand im Dannenröder Forst zeigen wieder einmal deutlich, nach welchen grundlegenden Prinzipien der kapitalistische Staat handelt. Ihm geht es einzig und allein um die Aufrechterhaltung des Status Quo und die Durchsetzung von Konzerninteressen, im Falle des Dannis die von Ferrero. Genau in diesem Kontext muss die Repression betrachtet werden: sie rührt nicht nur von der Willkürlichkeit und dem schlechten Charakter einzelner Personen oder Strukturen her, sondern hat System.

Im Anschluss an die Kundgebung zogen viele der Teilnehmer*innen zu einem Firmensitz des Strabag-Konzerns. Dieser verleiht die Hebebühnen, die für die Räumung im Danni und den Wäldern drumrum benötigt werden, an die Cops und verdient so eine gute Stange Geld. Es wurde eine Barrikade aus Holz vor der Eingangstür errichtet, Tranparente an Wänden hinterlassen und Parolen auf den Boden gesprüht. Wer mit der Klimazerstörung Geld verdient, wird immer mit Widerstand rechnen müssen.

Die Auseinandersetzung um den Dannenröder Forst wird sich noch eine längere Zeit hinziehen, ein Ende ist aktuell nicht absehbar. Das heißt für uns als Klimagerechtigkeitsbewegung: Werdet oder bleibt aktiv, fahrt in den Danni, unterstützt die Leute dort direkt oder bringt benötigte Spenden vorbei. Sprecht mit Menschen über das Thema, macht Aktionen bei euch zuhause. Zerrt die Profiteure und die Verantwortlichen aus Wirtschaft und Politik in die Öffentlichkeit und macht ihnen das Leben schwer. Ob der Danni bleibt liegt auch an uns. Sorgen wir mit dafür, dass er bleibt.

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