Ende Gelände-Aktionen im Rheinland

Alle Menschen, die mit uns ins Rheinland gefahren sind, sind wohlbehalten wieder zu Hause. Wir sind erschöpft, aber sehr zufrieden. Am Wochenende haben Tausende Regen und Kälte getrotzt, sich von Schikanen und Gewalt der Cops nicht einschüchtern lassen und an vielen Stellen im rheinischen Braunkohlerevier Kohle- und Gasinfrastruktur blockiert. Ende Gelände hat auch unter Corona-Bedingungen gezeigt, dass es möglich ist, massenhafte und widerständige Aktionen umzusetzen. Wir haben es geschafft, einen kleinen Schritt auf dem Weg hin zum dringend nötigen Ausstieg aus fossiler Energie und einer Welt ohne Kapitalismus selbstbestimmt gemeinsam zu gehen, ohne nur bei Appellen an die bürgerliche Politik stehenzubleiben.

Mehr als 3000 Menschen haben unterschiedliche Orte im Rheinland blockiert, die Staatsgewalt war über viele Stunden überfordert und nicht in der Lage, Kontrolle über die vielen kleinen Finger zu bekommen, die überall auftauchten. Viele der Gruppen mit ca. 150 Personen waren in der Lage, ihr Ziel zu erreichen und zu blockieren. Dank einer guten Vorbereitung und Umsetzung gelang es unserem Finger ebenfalls. Blockiert wurden u.a. Zufahrtswege und Bahngleise, die Baustelle einer Gaspipeline sowie ein Gaskraftwerk, ein Kohlebunker, Kohleförderbänder und -kraftwerke. Ein Gasthaus in einem von Abriss bedrohten Dorf wurde für einen Tag wiederbelebt und mehrere Demonstrationen durchgeführt.

Die Polizei zeigte sich wie gewohnt gewalttätig, nach ersten Einschätzungen wohl in höherem Maß als bei bisherigen Ende Gelände-Aktionen. Mehrere Gruppen wurden angegriffen, mit Pfefferspray eingedeckt, geschlagen, viele Stunden in Gewahrsam gesteckt und in der Gefangenensammelstelle unter Druck gesetzt, ihre Personalien anzugeben. Soweit wir wissen, ist es den meisten Menschen geglückt, ihre Identität zu verschleiern und der Drucksituation standzuhalten. Das werten wir als Erfolg und wollen darauf aufbauen.

Wir freuen uns, Teil dieser Mobilisierung gewesen zu sein, Erfahrungen gesammelt zu haben und wollen diese in Vorbereitung auf die Aktionen im nächsten Jahr gemeinsam auswerten. Dafür wird bei unserem nächsten offenen Treffen am Dienstag, 06. Oktober um 19 Uhr im Linken Zentrum Lilo Herrmann viel Zeit und Raum sein. Wir freuen uns auf alle, die die Geschehnisse mit uns nachbereiten wollen um dadurch Aktionen in Zukunft noch besser gestalten zu können.

Nachfolgend haben wir noch einige Links zu Videos und Berichten gesammelt, die einen guten Überblick über das Wochenende geben.

Presseberichte:
https://www.ende-gelaende.org/news/pressemitteilung-vom-27-09-2020/

https://www.jungewelt.de/artikel/387192.pr%C3%BCgeltruppe-f%C3%BCr-rwe.html

https://www.heise.de/tp/news/Klimaproteste-Schulstreiks-Waldbesetzung-und-Kohleblockaden-4913382.html

Aktion:
https://www.facebook.com/BaggerStoppen/videos/640487866839867/

Video aus Vogelperspektive:
https://twitter.com/Ende__Gelaende/status/1310606393683173380

Glitzer-Finger im Kohlekraftwerk:
https://twitter.com/Ende__Gelaende/status/1309749450575876096

leftvision-Video:

Spontandemo gegen rassistische Polizeigewalt:
https://www.facebook.com/BaggerStoppen/posts/2780565868934523?__tn__=-R

Polizeigewalt (Achtung Triggerwarnung!):
Statement von Ende Gelände zur Polizeigewalt:
https://www.ende-gelaende.org/news/presseaussendung-vom-28-september-2020/

Rippenbruch bei Journalistin:
https://libertad-media.de/2020/ende-gelaende-rippenbruch-bei-journalistin-durch-polizeipferde/

Angriff auf den grünen, antikolonialen Finger:
https://twitter.com/lgbeutin/status/1309795731667136514

Angriff auf den oliven Finger:
https://twitter.com/Ende__Gelaende/status/1309724710331187200

Angriff auf den bunten Finger:
https://www.youtube.com/watch?v=EzEPDj6RwmY

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