Der Globale Klimastreik am 24.04 in Zeiten von Corona

Der geplante große Aktions- und Demonstrationstag der Klimagerechtigkeitsbewegung wurde aufgrund des Infektionsschutzes abgesagt. So musste der Kampf gegen die Klimazerstörung und deren Folgen auf anderen Wegen Präsenz in der Stuttgarter Innenstadt finden.

Bereits am Vorabend des 24.04 wurden anscheinend in der Innenstadt Stencils zum Klimastreik auf den Boden gesprüht.

Am Freitagmorgen haben wir in Kleingruppen mehrere größere und kleinere Banner und Plakate in der Innenstadt aufgehängt und Schablonen auf den Boden gesprayt. Zudem wurden aus mehreren Häusern thematisch passende Banner gehängt.

Am 11 Uhr lud Fridays for Future zu einem Spaziergang ein, bei dem mehrere Stationen besucht werden konnten. So gab es Aktionen, unter anderem vor dem Landtag, vor dem Umwelt- und dem Verkehrsministerium. Die überall präsente Stuttgarter Polizei zeigte sich wiedereinmal übereifrig: kontrollierte angebliche AktivistInnen, versuchte Aktionen zu verhindern und verteilte Anzeigen.

Am Nachmittag, bei strahlender Sonne, machten sich einige AktivistInnen auf, um im Uni Park auf den Klimastreik aufmerksam zu machen. Während der um die Ecke postierte Kastenwagen der Polizei nichts mitbekam, wurden im Park chillende Menschen per Megafon angesprochen und es wurde ein großes Banner auf Holzpflöcken in die Wiese gehämmert: „Klimawandel tötet!“. Wie schon am Vormittag wurden gleichzeitig auf Pappe gekleisterte Plakate mit Kabelbindern an Laternenmästen aufgehängt. Mehrere Menschen im Uni-Park beantworteten die Aktion mit Klatschen.

Mit der Aktion im Uni Park wollten wir darauf aufmerksam machen, dass im Schatten der allgegenwärtigen Corona Debatte gesellschaftliche Widersprüche weiter existieren. Natürlich sind wir uns der Gefahr des Corona-Virus bewusst und halten uns an die Abstands- und Hygienemaßnahmen. Dennoch ist die Klimakrise nicht einfach verschwunden und immer noch ein aktuelles Problem.

Der menschengemachte Klimawandel führt bereits heutzutage in Regionen des globalen Südens zu tödlichen klimatischen Veränderungen. Wenn auch die europäische Bevölkerung selbst davon noch nicht allzuviel spürt, müssen wir mit einem globalen Blick Solidarität mit allen Betroffenen kapitalistischer Zerstörung zeigen.

Diese Solidarität können wir deutlich machen, indem wir dort wo wir leben, die Profiteure der Klimazerstörung aufzeigen und die Klimagerechtigkeitsbewegung weiter mit Dynamik unterstützen.

Auch in Zeiten von Kontaktbeschränkungen, überall patrouillierender Polizei und stetigen Versuchen unsere Demonstrations-, und Versammlungsfreiheit einzuschränken, müssen wir Mittel und Wege testen, wie wir unseren Protest sichtbar auf die Straße bringen können.Dabei ist und war uns stets klar, dass wir sowohl die AktivistInnen als auch PassantInnen bestmöglich vor einer gegenseitigen Infizierung schützen müssen.

Wir, als Aktionstreffen Klimagerechtigkeit haben ein Erklärvideo zu „Kapitalismus und Klima“ veröffentlicht um damit einen Beitrag zur Diskussion der Klimagerechtigkeitsbewegung beizutragen. Dabei haben wir versucht einerseits verständlich, als Videoform und gleichzeitig aber auch ökonomisch-materialistisch, den Zusammenhang von kapitalistischer Produktion und der systematischen Klimazerstörung zu erklären. Das Video findet ihr hier.

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