Corona-Krise? Klima-Krise? Nicht auf unserem Rücken!

Saubere Luft in Städten, Delfine in ehemals verdreckten Gewässern, weniger Kohleverbrennung, kaum noch Flugverkehr – erledigt sich der Klimawandel mit dem Corona-Virus von selbst und wir Klimaaktivist*innen können uns ruhig zurück lehnen?
Leider nein. Es zeigt sich aktuell zwar, wie schnell die Umwelt sich teilweise erholen kann, wenn die Produktion heruntergefahren wird und weniger Schadstoffe und CO2 in die Umwelt gelangen, das eigentliche Problem löst sich aber nicht von alleine auf. An der Art und Weise, wie wir produzieren, für Profite und auf Kosten des Klimas, hat sich nichts geändert, es wurde höchstens eine kleine Pause eingelegt. Tatsächlich versuchen einige bereits jetzt die Corona-Krise zu nutzen, um erkämpfte Errungenschaften der Klimabewegung wieder rückgängig zu machen. So sprach sich der Ex-EU-Kommissar Günther Öttinger angesichts der wirtschaftlichen Einbußen dafür aus, die CO2 Regulierungen für die Automobilindustrie zu lockern. 


Die Coronakrise zeigt: Es ist anscheinend möglich innerhalb kürzester Zeit Milliardenhilfen für große Unternehmen bereitzustellen und auch das öffentliche Leben lässt sich innerhalb weniger Wochen komplett runterfahren, wenn das nötig ist, um zu verhindern, dass das herunter gesparte Gesundheitssystem überlastet wird. Warum ist bei der Klimakrise ein solches entschlossenes Handeln nicht zu sehen?


Ganz einfach: Die Milliardenhilfen während der Corona-Krise haben vor allem ein Zweck: Sie sollen die deutsche Wirtschaft und das kapitalistische Wirtschaftssystem stabilisieren. Schon vor der Corona-Krise war die Wirtschaft weltweit am wackeln, was sich auch in der deutschen Automobilindustrie gezeigt hat. Diese anbahnende Krise wurde schon damals auf dem Rücken der Arbeiter*innen ausgetragen: So hat beispielsweise Daimler bereits im Frühjahr alle Leiharbeiter im Werk Untertürkheim entlassen und weitere Entlassungen angekündigt. Das Virus und seine Auswirkungen auf die Gesellschaft wirken wie ein Brandbeschleuniger auf die sich bereits anbahnende Krise – deren Folgen noch schwerer als die Finanzkrise von 2008 werden könnten. Die Hilfen der Bundesregierung sind der Versuch diese Krise abzufedern. 


Die Zerstörung unseres Klimas hingegen bedroht die deutsche Wirtschaft, zumindest kurzfristig, nicht. Im Kapitalismus steht eben nicht der Mensch oder die Natur im Mittelpunkt, sondern der Profit. Unternehmen sind dazu gezwungen möglichst hohe Profite zu machen und immer weiter Wachstum anzustreben, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Wer nicht mitmacht, bleibt auf der Strecke liegen. Umweltschutz kostet immer Geld und steht der stetigen Steigerung der Gewinne im Weg.
Auch wenn für viele Menschen das Leben aktuell still zu stehen scheint, gilt das nicht für die gesellschaftliche Ebene. In Zeiten von wirtschaftlichen Krisen finden große Umbrüche statt, gesellschaftliche Errungenschaften wie z.B. der 8-Stunden-Tag und nötige Klimaschutzmaßnahmen werden angegriffen und müssen verteidigt werden. Wir müssen jetzt verhindern, dass die Corona-Krise auf unserem Rücken ausgetragen wird. Es darf weder Einschnitte in die Rechte von Arbeiter*innen, noch in Klimaschutzmaßnahmen geben!


Auch wenn wir aufgrund des Virus vielleicht andere Aktionsformen wählen müssen als sonst, dürfen wir gerade jetzt in dieser Situation nicht aufhören, für Klimagerechtigkeit zu kämpfen. Der Kapitalismus zeigt uns gerade wieder einmal in aller Deutlichkeit, dass er nicht dazu in der Lage ist, eine funktionierende Daseinsfürsorge für die Menschheit oder die Natur zu gewährleisten.


Sagen wir Nein zu Umweltzerstörung, unsicheren und schlecht bezahlten Arbeitsplätzen, dem unmenschlichen Umgang mit Geflüchteten und Kriegen. Schicken wir dieses System dahin wo es hingehört – auf den Müllhaufen der Geschichte. 
Am 24. April, dem globalen Klimastreik wollen wir dafür einstehen, online und offline! Bei unseren Aktionen werden wir selbstverständlich sinnvolle Hygienemaßnahmen beachten und den nötigen Sicherheitsabstand einhalten.


Bringt euch ein, macht mit! Für eine lebenswerte Zukunft fernab von Profitzwang und Klimacrash. #nichtaufunseremrücken

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