Der Klimastreik am 29. November in Stuttgart

Am 29.11 beteiligten wir uns am Globalen Klimastreik in Stuttgart.

Am Erwin-Schoettle-Platz startete eine der drei Demonstrationen, die in Richtung des Stuttgarter Hauptbahnhof lief. An dieser Demonstration, an der ungefähr 2000 Menschen teilnahmen, beteiligten wir uns mit einem eigenen Bereich. Uns war es wichtig, die Proteste mit Hilfe von Schildern, Transparenten und Redebeiträgen um antikapitalistische Inhalte zu ergänzen. Am Rande der Demonstration wurden Schablonen mit verschiedenen antikapitalistischen Parolen gesprüht. Dem Dauerregen zum Trotz kamen am Hauptbahnhof schließlich um die 6000 Menschen zusammen. Nach Abschluss der Kundgebung zogen wir gemeinsam mit den BündnispartnerInnen vom antikapitalistischen Klimabündnis Kesselbambule los, um einen konkreten Profiteur der Umweltzerstörung stellvertretend für die gesamte kapitalistische Produktionsweise zu blockieren und zu markieren. Dafür zogen wir vor die BW-Bank Filiale auf der Königsstraße. Die LBBW, zu der die BW-Bank gehört, verdient wie alle große Banken (bis auf einige wenige) ihr Geld mit der Finanzierung von Waffenfirmen, Autokonzernen und Kohleenergieunternehmen. Gemeinsam mit 100 Menschen blockierten wir die Filiale und verschütteten Kohle, um auf die dreckigen Geschäfte der Bank aufmerksam zu machen. Ebenfalls wurde Kunstblut verschüttet, die Bank mit Plakaten beklebt und mit einem Stencil besprüht. Die Blockade war von Symbolischem Charakter und wurde nachdem eine Rede gehalten wurde wieder aufgelöst.

Insgesamt konnte an die vorherigen Proteste erfolgreich angeknüpft werden, auch wenn an diesem Streik weniger Menschen als am 20. September teilgenommen haben. Jedoch hat sich gezeigt, dass die Klimabewegung, trotz Abflauen der gesellschaftlichen Dynamik, weiterhin fähig ist viele Menschen auf die Straße zu bewegen. Nun ist es wichtig, diesen Protest und auch den Widerstand gegen die Profiteure der Klimakrise weiterhin aufrecht zu erhalten und voranzutreiben.

Am 3. Dezember ist unser nächstes offenes Treffen. Wir wollen die Aktionen am Klimastreik am 29. November nachbereiten und planen, wie wir die nächste Zeit gestalten können.

Dienstag 3. Dezember 19:00 Linkes Zentrum Lilo Herrrmann (Böblingerstr. 105)

Am 9. Dezember wollen wir gemeinsam den Film „Die grüne Lüge“ schauen. Der Film kritisiert Greenwashing, den Versuch großer Unternehmen, ihre Produkte ökologisch darzustellen, und stellt die Frage, wie wir wirklich ökologisch produzieren können.

Im Rahmen der Demonstration wurde ein Text, der den Zusammenhang zwischen Kapitalismus und Klimakrise erläutert, verteilt. Diesen findet ihr hier.

Hier findet ihr die Rede, die bei der Blockade der LBBW gehalten wurde:

Liebe Genossinnen und Genossen,

Wir sind heute hier, weil wir die LBBW blockieren. Die LBBW wird von uns symbolisch blockiert, weil sie ein Profiteur der Klimazerstörung und dem damit einhergehenden Klimawandel ist. Wir wollen das hier und heute deutlich aufzeigen.

Die LBBW ist hierbei nicht nur irgendein Akteur. Sie sind mit ihren Geschäften überall da dabei, wo unser Planet, seine Ressourcen und Ökosysteme für Profit ausgebeutet und zerstört werden. Beispielsweise hält die LBBW Aktien am amerikanischen Ölkonzern BP. Dieser Konzern ist mit über 2% der weltweiten CO2-Emissionen der drittgrößte CO2 Emittent der Welt. Die Bilder der Ölteppiche, ausgelöst durch die BP Bohrinsel „Deepwater-Horizon“ im Jahr 2010 haben hier bestimmt noch einige vor Augen. Bis heute leidet die Flora und Fauna unweit des Golfs von Mexiko unter den Folgen. Generationen von Menschen wurden durch den Umweltschaden vergiftet und trugen teils irreparable gesundheitliche Schäden davon. All das, weil bei Sicherheitsvorkehrungen gespart wurde, um maximalen Profit auf Kosten der Umwelt zu erwirtschaften.

Auch die ach so harmlose LBBW ist in viele dreckige Geschäfte verwickelt. Sie stellen Kapital für Rüstungsunternehmen, große Autokonzerne und Kohlestromproduzenten. Doch sie sind natürlich nicht die einzigen, die von Ressourcenausbeutung und dem Geschäft mit dem Klimawandel profitieren. Die Liste ist lang.

Wir leben in einem System, das auf dauerhaftem Wachstum basiert. Jedes Quartal müssen immer höhere Profite erwirtschaftet werden. Dies kann nur im unauflösbaren Gegensatz zu unseren natürlichen Lebensgrundlagen stehen. Denn wir leben auf einer endlichen Welt mit endlichen Ressourcen. Ewiges, auch grün angestrichenes, Wachstum ist eine Illusion.

In diesem Wirtschaftssystem, dem Kapitalismus, profitieren jene, die Mensch und Natur maximal ausbeuten. Nur durch einen konsequenten und nachhaltigen Bruch mit diesem System kann Umweltschutz auf eine gerechte und dauerhafte Art und Weise umgesetzt werden.

Denn eines ist für uns klar: Nicht einzelne Konsumentinnen und Konsumenten sind für den Klimawandel und die Umweltzerstörung verantwortlich.

Nein! Es sind die großen Banken und Konzerne, die mit ihren wortwörtlich dreckigen Geschäften fette Profite einfahren.

Lasst uns ihnen gemeinsam einen Strich durch ihre Rechnung machen. Streiken wir, blockieren wir, greifen wir sie an. Zeigen wir den Profiteuren der Umweltzerstörung, dass wir wissen, womit sie ihre Geschäfte machen. Lassen wir nicht zu, dass sie weiterhin auf Kosten unser lebenswerten Zukunft ihre Schweinereien weiterführen.

Doch mit Streiks und Appellen ist noch nicht alles getan. Wir müssen eine Bewegung aufbauen, die wirklichen Widerstand gegen dieses System organisiert. Wir brauchen einen wirklichen Wandel in der Art und Weise, wie wir wirtschaften, also wie wir produzieren, konsumieren und miteinander umgehen. Organisieren wir uns für eine revolutionäre Perspektive! Nur so können wir eine Gesellschaft erreichen, in der wir solidarisch miteinander leben können und das auf Dauer.

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